Fisch als traditionelles Weihnachtsessen – Warum?

Bei Traditionen lohnt es sich immer zu schauen, woher sie kommen, wovon sie abgeleitet werden/wurden und was sie bedeuten. Denn, warum an etwas festhalten, was für uns heute keinen Sinn mehr ergibt?

Deshalb habe ich mir heute die Tradition des Weihnachts-Karpfen einmal genauer angeschaut. Und natürlich auch wunderbare, umweltfreundliche, leckere vegane Alternativen für dich 🙂

Legen wir los!

Karpfen

Die christliche Tradition

Zunächst kommt das traditionelle Karpfen-Essen aus einer Frühchristlichen Zeit. Die Adventszeit galt als Fastenzeit. Es durfte also kein Fleisch konsumiert werden. Um aber das Weihnachtsfest zu feiern und ein festliches Essen zu genießen, wurde Fisch anstatt Fleisch gewählt. Es galten verschiedene Mythen wie zum Beispiel, dass ein Mondstein im Auge des Karpfen zu finden ist und dieser Glück bringt. Der Fisch wurde ebenfalls als heiliges Symbol betrachtet und deshalb als Weihnachtsessen aufgetischt ( Für mein Verständnis irgendwie suspekt, aber das soll jetzt kein Thema sein).

Heute wird das traditionelle Fisch-Essen an Weihnachten weitergeführt. Meist gibt es panierten Zucht-Karpfen. Diese Fische werden in großen Becken mit hunderten Tieren aufgezogen. Da ihr natürlicher Raum die schlammigen, wärmeren und sauerstoffärmeren Gewässer sind, lassen sie sich in nicht so reinen Zuchtbecken mit jeder Menge Tieren halten. Als Faustregel gilt: auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern leben 10.000 Jungkarpfen . Also 1 qm pro Fisch. Dabei kann ein Karpfen eine richtig stattliche Größe erreichen. Deshalb brauche ich auf die unschönen Bedingungen unter denen die Tiere leiden müssen auch nicht weiter eingehen.

Algen

Gut zur Omega 3 Versorgung

Wir alle kennen es : Bitte 1-2 mal pro Woche Fisch essen für die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Vegan natürlich nicht möglich. Und auch das „wundervolle“ Weihnachtsessen mit Karpfen fällt aus. Tja, wie kommen wir jetzt an die wertvollen Fettsäuren wie EPA und DHA?

Ehrlich gesagt, sogar einfacher und mit weniger Schadstoffen als beim Fisch essen. Die Fettsäuren erhält ein Fisch durch das Essen von Algen. Denn dort sind sie enthalten. Also gehen wir nicht den Umweg über den Fisch, sondern nehmen die Algen direkt zu uns. Oder das daraus hergestellte Algenöl.

Klingt ganz einfach – ist es eigentlich auch. Denn mittlerweile gibt es unglaublich viele Möglichkeiten auf dem Markt.

Öl

Unsere tägliche Quelle für DHA/EPA Omega 3 ist Algenöl. Einmal in Kapselform mit einem definierten Gehalt an DHA/EPA und in Ölform zum Tropfen für Mini. Dazu noch ein Speiseöl mit zugesetzter Mikroalge Schizochytrium sp. (Werbung – am liebsten das von Mittel zum Leben/Bruno Zimmer – Sanfamil Öl). Das Speiseöl darf nicht erhitzt werden und eignet sich deshalb nur für kalte Gerichte. Zudem werden Omega-3 Öle schnell ranzig und unwirksam, weshalb sie immer nur frisch zum direkten Verzehr gereicht werden sollten und kühl gelagert werden.

DHA (Docosahexaensäure) spielt beispielsweise eine große Rolle bei der Erhaltung unserer Gehirnfunktionen. Auch bei der Gehirnentwicklung von ungeborenen Babys oder auch Kindern jeden Alters ist es ein wichtiger Faktor.

EPA (Eicosapentaensäure) trägt beispielsweise zu einer normalen Herzfunktion bei oder zum erhalt des normalen Blutdrucklevels

Und nun möchte ich dir mit einem kleinen veganen Rezept noch das Weihnachtsessen versüßen ( oder verfischigen?! ) . Denn wer an der Tradition des Fisch Essens nicht lassen möchte, aber trotzdem vegan essen will, der kann zum Beispiel mit einem leckeren veganen Heringsstip zum Kartoffelsalat punkten.Sogar mit einer extra Portion Omega-3 wenn du magst 😉

veganer Heringsalat in rot oder weiß
Vorbereitungszeit
15 Min.
Zubereitungszeit
1 d
 
Gericht: Beilagen
Keyword: Gemüse
Zutaten
  • 1 große Aubergine frisch
  • 400 ml Wasser
  • 3 TL Jodsalz (Meersalz mit Iod)
  • 4 EL Apfelessig
  • 2 EL Wakameflocken
  • 2 El Noriflocken
  • 1 Pck Sojaquark ungesüßt
  • 1 kleine Zwiebel
  • 5 Gewürzgurken
  • ein halber kleiner Apfel
  • etwas Zitronensaft frisch
  • 1 TL 8 Kräuter Mischung TK
Optional
  • 2 kleine Rote Bete gegart
  • 1 EL Calciumalge Pulver
  • 2 EL Sanfamil Omega 3 Öl
Anleitungen
Für den weißen Heringssalat
  1. Die Aubergine schälen und in dünne Scheiben schneiden. Wenn die Aubergine sehr breit ist, die Scheiben nochmal mittig teilen.

  2. Wasser mit Salz, Essig, den Algen und den Auberginenstreifen vermischen und aufkochen.

  3. Abgedeckt ein paar Minuten köcheln lassen, bis die Auberginenstreifen weich werden.

  4. Nun vom Herd nehmen und in dem Sud abkühlen lassen und über Nacht ziehen lassen.

  5. Den Apfel schälen und in sehr kleine Würfel schneiden.

  6. Die Zwiebel und die sauren Gurken in kleine Würfel schneiden.

  7. Den Quark mit Apfel, Zwiebel und den Gurken vermischen. Vom Gurkensud noch 4 El dazugeben.

  8. Die Kräuter und die Calciumalge zugeben und alles gut vermengen.

  9. Die Aubergine aus dem Sud nehmen und tropfnass zum Quark geben.

  10. Den Heringssalat jetzt 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.

  11. Mit Salz,Pfeffer und etwas frischem Zitronensaft abschmecken

Für den roten Heringssalat
  1. Die Rote Bete in kleine Würfel schneiden und mit 2 El des Sudes in den Quark geben.

Rezept-Anmerkungen

Du kannst auch noch direkt vor dem Servieren oder auf dem Tisch das Omega-3-Öl dazugeben. So hast du nochmal eine frische und leckere Omega-3 Quelle.

Die Calciumalge ist ebenfalls optional, macht aber das Gericht nochmal calciumreicher.

Zum Heringssalat passen Pellkartoffeln und Kartoffelsalat.

Wenn dir die Farbe vom Salat mit der Rote Bete noch nicht ausreicht, kannst du auch mit Rote Bete Pulver nachhelfen.

Wie du siehst, kannst du auch ein leckeres veganes Gericht trotz Tradition zubereiten. Erzähle mir gerne, wie es dir geschmeckt hat und zeige mir deine Kreation auf Social Media mit dem Tag #vildundfrei oder @vildundfrei.de

Teile diesen Beitrag auf: