Honig vegan? Ja das geht! Selbstgemacht aus Löwenzahn !

Wenn du selber Kinder hast, dann weißt du bestimmt, wie oft man hört oder liest „gib Ihnen Honig und Milch, dann schlafen sie“, oder „mach doch einen Zwiebel-Honig-Saft gegen den Husten“. Da wir aber vegan leben, fällt auch der Honig flach. Denn der Honig gehört den Bienen.

Honig wird in ganz vielen Lebensbereichen verwendet. Ob in Kosmetika, in Süßspeisen, als Brotbelag oder als Heilmittel. Schon im alten Testament kann man vom wertvollen Honig lesen. Dabei besteht Honig zu 80 % aus verschiedenen Zuckerarten und Wasser. Es sind nur wenige „gute“ Dinge enthalten.

Die Massenproduktion von Honig ist ökologisch gesehen nicht wertvoll. Die Zuchtbienen verdrängen Wildbienen und die Artenvielfalt. Zudem tragen sie zur Verbreitung von Bienenkrankheiten bei, was andere Insekten und die Wildbienen stark gefährden kann. Oftmals wird Honig auch aus anderen Ländern importiert. Wenn du mehr zum Thema wissen möchtest, empfehle ich dir den Film „More than Honey“ .

Deshalb nehmen wir am liebsten einen selbstgemachten „Honig“ bzw. Vonig (ach wie schön die V-Floskeln doch sind 😉 ) aus Löwenzahn, Gänseblümchen oder anderen essbaren Blüten.

Mit diesem Vonig stelle ich auch regelmäßig meinen Hustensirup für die Kinder her. Das Rezept findest du HIER.

Löwenzahn bietet aber auch einige Vorteile. Es enthält viel Vitamin C und Magensium, kann gegen Frühkahrsmüdigkeit helfen , Kopfschmerzen lindern (perfekt im Hustensirup bei Erkältungen) und  regt die Verdauung an.

Löwenzahn

Jedes Jahr läuten die Löwenzahnblüten hier den Frühling ein. Da es in meiner Region etwas kühler ist als in mancher Großstadt in Deutschland, blüht er bei uns auch erst etwas später. Aber dafür bereichern uns die Felder mit unglaublich vielen Blüten. Oft sieht man keinen grünen Rasen mehr, sondern nur noch ein gelbes Blütenmeer.  Zudem hört man Hummeln und Bienen, die vorbeifliegen und sich an den Blüten bedienen.

Wir haben also den ersten schönen Tag genutzt, an dem schon reichlich Löwenzahn verfügbar war, und sind mit einer kleinen Tasche zum Sammeln gewandert. Gerade für kleine Kinder ist es eine schöne Beschäftigung. Sie können Bienen und Hummeln beobachten, Blüten pflücken und daraus selber noch etwas herstellen. Für mich mit Neugeborenem in der Trage ein schönes kleines Workout für die Beine, wenn man immer wieder eine Kniebeuge machen muss um zu sammeln 😉 .

löwenzahn

Für 4 kleine Gläser des späteren Löwenzahnvonigs braucht man doch sehr viele Blüten. Wir nutzen tatsächlich fast 1 kg Blüten, ohne Stängel. Da sammelt man eine ganze Zeit. Deshalb ist es auch wichtig nicht die allerersten Blüten zu sammeln, sondern den Hummeln und Bienen die Nahrungsquelle stehen zu lassen.

Zu Hause werden die Blüten ersteinmal gewaschen. Die ganzen kleinen Krabbeltierchen dürfen weiterziehen und sollen nicht in unserem Honig landen.

Nun werden die Blüten einmal kräftig aufgekocht und dann über Nacht ziehen gelassen. Damit auch das gesamte Aroma ins Wasser abgegeben wird.

Am nächsten Tag wird gefiltert, mit Zucker aufgekocht und abgefüllt. Nun hält sich der Honig mehrere Monate bis 1 Jahr.

Jetzt aber schnell das Rezept, bevor alle Blüten draußen zu kleinen Pusteblumen werden und die Kinder alles wegpusten 😉 .

Löwenzahnhonig vegan

Löwenzahnvonig selbstgemacht

Gericht: Süßes
Portionen: 4 kleine Gläser
Zutaten
  • 500 g Löwenzahnblüten ohne Stängel
  • 1,5 l Wasser
  • 1 halbe Zitrone bio, ungespritzt
  • 950 g Zucker
Anleitungen
  1. Die Löwenzahnblüten waschen und von fremden Bewohnern befreien

  2. Die Zitrone in Scheiben schneiden

  3. Anschließend die sauberen Blüten mit dem Wasser und der Zitrone einmal sprudelnd aufkochen und ein paar Minuten kochen lassen.

  4. Das Gemisch zugedeckt über Nacht abkühlen lassen.

  5. Das Blütenwasser nun durch ein Sieb und ein Mulltuch abseihen und zurück in den Topf geben

  6. Den Zucker zum Wasser geben und nun aufkochen.

  7. Das Gemisch nun 1- 1,5 Stunden sanft köcheln lassen. Der Vonig kocht so zu einem dickeren Sirup ein. Zwischendurch immer mal wieder rühren.

  8. Nach einer Stunde eine Gelierprobe machen. Dazu etwas vom kochenden Vonig auf ein Brettchen oder Teller geben und kurz abkühlen lassen. Ist es dann fest genug für deinen Geschmack, dann ist der Vonig fertig.

  9. Leere Gläser mit kochendem Wasser auspülen (auch die Deckel!) und den kochenden Vonig in die Gläser füllen. Sofort mit dem Deckel verschließen, kurz auf den Kopf stellen und nun abkühlen lassen. Beim Abkühlen entsteht ein Vakuum im Glas, sodass der Vonig bis zu einem Jahr haltbar ist.

Rezept-Anmerkungen

Man kann hier auch variieren mit andern Blüten wie Gänseblümchen. Da kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Nutze aber bitte nur dir bekannte, essbare Blüten!

Bei Unsicherheiten, ob es sich um giftige Pflanzen handelt, nutze sie bitte nicht!

Lecker ist auch, wenn du eine frische Vanilleschote mit ins Glas legst. Mit der Zeit entwickelt der Vonig dann ein richtig schönes Vanillearoma und ist super geeignet für Tee oder zum Backen/Aufs Brot.

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