Wie ich dazu kam mich zu verstecken

Mein Weg fing schon als kleines Kind an. Die Ärzte fanden mich zu dünn, abgemagert und ein „Hungerhaken“. Meine Mutter war zwar nicht der gleichen Meinung, kam aber damals nicht gegen die Ärzte an. Mir ging es super, ich war mega sportlich und aktiv, habe richtig viel gegessen und auch ebenso viele Kalorien wieder verbrannt. Aber das schien niemanden zu interessieren. Irgendwann gab es einen Punkt, da wusste meine Mum sich nicht weiter zu helfen. Ich sollte innerhalb von einem Tag 1 kg zunehmen. Abgesehen davon, dass sowas nur „augenscheinlich“ bei uns erwachsenen Frauen klappt indem wir Schokolade „auch nur mal anschauen “ 😉 , ist es schier unmöglich, dass ein kleines aktives Kind 1 kg zunehmen kann über Nacht. Also bekam ich jede Menge zu trinken. Denn alles was im Magen ist hat Gewicht. Und es funktionierte.

So zog es sich bis ins Jugendliche Alter immer wieder weiter. Mir wurde immer wieder suggeriert ich wäre viel zu dünn und „solle doch endlich was essen“. Und daraus folgte eine lange Phase des Ausprobierens, damit ich auch nur iiiirgendwie zunehmen kann. In meinem Kopf hatte sich schon der Satz “ Du bist zu dünn und isst zu wenig und das Falsche“ absolut festgemauert. Also ging inenrlich ein immer währender Kampf los. Mehr essen, aber was? Es war ja angeblich immer das Falsche…Da ich immer als Vegetarierin/Veganerin unterwegs war, war das natürlich auch ein großer Punkt, den damals absolut keiner verstehen konnte. Daran MUSSTE es doch liegen.

Ein ganz großer Wendepunkt kam, als ich als Jugendliche den wunderbaren Noro-Virus bekam (sollte dir das nichts sagen – es ist ein ganz starker und ansteckender Magen-Darm-Virus).Normalerweise ist man diesen Virus innerhalb von 72 Stunden wieder los. Doch dies war nicht der Fall. Mein Körper kam durch die ständigen Veränderungen in der Ernährung überhaupt nicht mit dem Virus zurecht, geschweige denn konnte er ihn besiegen. Beim Arztbesuch hieß es dann, das wäre alles nicht so schlimm und ich muss eben abwarten. Doch was macht man, wenn man seit 3 Tagen nichts trinken oder essen kann? Was macht man, wenn das eigene Kind seit über 1 Woche nichts davon machen kann?

Meine Mum vertraute den Ärzten zum Glück nicht. Sie sah, wie ich mit kalten Schweißausbrüchen und völlig abgemagert auf der Couch lag und nicht aufstehen konnte. Sie brachte mich ins Krankenhaus, irgendwas muss man doch tun können…

Und es war pures Glück…

… denn es war in der sogenannten letzten Minute. Ich kam sofort auf die Intesivstation, man konnte mir nicht einmal mehr Blut abnehmen, weil alles durch den Flüssigkeitsmangel verdickt war, ich hatte nur noch 32 kg… es begann eine Zeit mit Infusionen und gesund werden… Doch das Schlimmste für mich war : Die Ärzte unterstellten mir Magersucht. Erst als ich nach wehementem Auffordern getestet wurde, zeigte sich, dass ich den Noro-Virus immer noch hatte.  Und das ging 1 (ein!!!) Jahr lang so. Ein Jahr hatte ich den fiesen Virus.

Natürlich üblich im Krankenhaus – zur Rehabilitation des Magen-Darm-Traktes bekommt man…. trommelwirbel… Weißbrot (mit Milch und Butter) mit Butter und Marmelade und Wurst… ich wurde gezwungen solche DInge zu essen, auch wenn sie einfach nochmal wieder kamen. Daraufhin wurde mir natürlich wieder Magersucht unterstellt. Ich nahm natürlich kaum zu. Kein Wunder bei leeren Kalorien ohne Nährstoffe. Noch dazu musste sich mein Magen nach fast einem ganzen Jahr ohne feste Nahrung wieder an die feste Nahrung und das Dehnen des Magens gewöhnen. Daran dachte nur keiner.

Es wurde daraus ein Horror-Kreislauf der über 1 Jahr anhielt. Bis ich zu einer offziellen Ernährungsberaterin musste.

Ich wurde Beraten…

.. indem mir eine Ernährungspyramide der DGE vorgehalten wurde und gesagt wurde : “ 1 Portion ist eine Handvoll“.

Na wunderbar.. damit konnte ich auch nichts anfangen. Vor allem half es mir nicht weiter…

Es begann eine Zeit in der ich mit allem überfordert war und in eine depressive Phase fiel. Immer wieder mit dem Druck der Ärzte diverse Dinge (wie Fleisch) essen zu „müssen“.

Ich entschloss mich alles von nun an selbst in die Hand zu nehmen und nicht auf irgendwelche Ärzte zu vetrauen. Denn – Ärzte (ausgenommen Ernährungsmediziner) haben keine Ernährungsmedizin in ihrem Studium. Das heißt , sie haben keine Lehre in diesem Bereich. Sie haben grob gesagt einfach keine Ahnung von Ernährung.

Obwohl ich ursprünglich Ernährungsmedizin studieren wollte, macht ich erst einmal eine Ausbildung im Labor der Medizinforschung und arbeitete lange Zeit in der Medizin und dann in der Lebensmittelqualitätskontrolle. Ich schrieb meine eigenen Ernährungstagebücher, wertete sie aus, durchsuchte das Netz nach Studien dazu, schaute auf die Vorgaben in der Lebensmittelindustrie, die Auswertungen der Medizin… und ernährte mich vor allen Dingen immer vegan, entgegen den Rat der Ärzte damals.

Und es begann mir gut zu gehen. Ich lernte neue Wege kennen die eingehämmerten Glaubenssätze aus meinem Kopf zu verbannen und intuitiv zu essen. Ich lernte meinen Körper so zu lieben und wertzuschätzen wie er ist. Entspannung, Ernährung und Gesundheit – meine drei Eckpfeiler. Ich bildete mich immer wieder mit verschiedenen Ausbildungen zum Thema Ernährung und Gesundheit weiter. All das hat mich dorthin gebracht, wo ich heute bin :

Vegan, gesund, fit und Mama

Ich habe es geschafft aus den Teufelskreisen hinaus in ein veganes, gesundes und fittes Mama-Leben. Und das möchte ich weitergeben. Ich möchte all die Erfahrungen, die ich sammeln konnte an dich weitergeben.

Und vor allem : Ich möchte nicht, dass jemals wieder eine Mama und ihr Kind so sehr leiden müssen und unter Druck gesetzt werden wie meine Mum und ich damals. Seitdem ich selber Mama bin, kann ich nachvollziehen, wie es ihr damals erging. Wie es sich angefühlt haben muss immer wieder den Vorwurf zu hören “ sie schaden ihrem Kind“ oder ähnliches… Einfach furchtbar.

Deshalb bin ich heute Ernährungsberaterin für vegane Ernährung für Mutter und Kind, für Menschen die mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen haben, für Menschen die durch Ärzte nicht mehr weiter kommen und selber dem Ganzen auf die Spur kommen wollen, für Mamas die mit ihren „Picky Eater“ Kindern „kämpfen“ .

Ich hoffe ich kann dich durch meinen Weg etwas inspirieren und freue mich auf deine Rückmeldung!

 

 

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