Plastikfrei und Zero-Waste Einkaufen

Nachdem ich mal eine große Bestandsaufnahme gemacht habe, was unseren Plastikverbrauch angeht, bin ich doch sehr schockiert. Obwohl ich bisher immer wieder darauf geachtet habe, was und wie ich Einkaufe, stapelt sich doch jede Woche eine Menge Plastikmüll an.

Immer wenn wir gemeinsam Einkaufen gehen, locken überall Versuchungen… und genau darauf möchte ich heute eingehen. Ich erzähle dir einfach einmal, wie es mir beim letzten Einkauf ergangen ist und was für Alternativen es gibt.

Supermarkt

Mein erster Gang im Supermarkt führt immer zu Obst und Gemüse. Obwohl ich mich im Bio-Gang befinde, fällt mir kaum etwas ohne Plastikverpackung in die Hand.  Die Gurken sind trotz Schale in Plastik eingeschweißt, die Zitronen in Plastiknetzen geknubbelt und die Paprika im Trio in Tüten gepresst. Na dann greifen wir mal zum losen Gemüse/Obst. Die Auswahl ist dadurch etwas eingeschränkter . Doch zum Transport brauche ich ja doch wieder eine der „Abreißplastiktütchen“, die jeder kennt.

Nein – dieses Mal nicht. Dafür habe ich mir aus alten Garnresten ein Obst/Gemüsenetz gehäkelt. Gerne zeige ich dir demnächst in einem DIY wie du das an einem Abend entspannt selber machen kannst. Alternativ kann man mittlerweile in vielen Supermärkten auch Netze kaufen und immer wiederverwenden. Meistens haben diese ein kleines Schild eingenäht auf dem das Eigengewicht vermerkt ist. So kannst du es einfach abziehen bzw. an der Kasse abziehen lassen. In den meisten Biomärkten finden sich auch die meisten frischen Artikel ohne Verpackung.

Tipp 1 : Gemüsenetze statt Plastikbeutel, Loses Gemüse/Obst wählen, in Biomärkten findet sich mehr Auswahl an unverpackten Obst/Gemüse.

Nudeln und Reis

Kommen wir zur nächsten Abteilung. Trockenwaren wie Nudeln, Reis, Mehle und Co.

Und auch da – ziemlich viel Plastik. Gerade Reis und Nudeln sind fast immer in Plastik verpackt. Sojagranulat und ähnliches findet man ebenfalls nur in Plastikverpackungen. Was ist also die Alternative?

Mittlerweile gibt es sogar in der beliebten Drogeriekette mit den zwei Buchstaben Nudeln in Papierverpackung zu kaufen. Ganz Zero Waste ist das natürlich nicht. Aber immerhin ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Einige Biomärkte bieten mittlerweile solche Trockenwaren zum selber abfüllen ohne Verpackung an. Man bringt sein eigenes Gefäß mit (Gläser, Baumwollsäckchen, Dosen) und kann dann Nudeln etc. direkt abfüllen und bezahlen.

Außerhalb von diesen, noch sehr seltenen Biomärkten, gibt es natürlich die sogenannten „Unverpackt“-Läden.

Hier stellt sich mir eine neue Problematik – wir wohnen 1 Stunde Fahrtweg von solch einem Laden entfernt, rechnet sich der CO2 Ausstoß noch mit dem Verpackungsmüll? Hier muss man eindeutig Prioritäten setzen, denn gerade mit Kleinkind ist solch ein Einkauf auf dem Land nicht so einfach zu bewältigen.

Deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht nach regionalen Mühlen, Ölmühlen und Bauern, die auch an Privatpersonen direkt verkaufen. Da besteht natürlich mein großer Landei-Vorteil 😀 . Es ist ein bischen Zeitaufwendig, alle umliegenden Höfe und Produzenten anzufragen, aber so kann man doch doppelt punkten. Es ist regional UND Verpackungsfrei. Viele solcher Höfe bieten ihr Getreide auch in großen Säcken an, sodass man nur 2x im Jahr einkaufen muss. Gleichzeitig also noch Zeit gespart, yippi 😉 .

Auf dieser Karte könnt ihr Läden mit Unverpackt-Möglichkeit finden :

 

Als nächtes : Dosenwaren.

Ich gebe zu – einiges kaufen wir aus der Dose. Wie zum Beispiel Tomaten im Winter oder auch eingemachtes Gemüse. Der eigene Garten hat bisher nicht soviel abgeworfen, dass es für 1 Jahr reicht.

Doch hier ist es tatsächlich ganz einfach auf Plastik zu verzichten. Viele Dinge wie Rotkohl, passierte Tomaten, Apfelmark oder auch eingelegtes Gemüse gibt es in Gläsern. Und punktet wieder doppelt . Die Gläser kannst du natürlich für andere Dinge im Anschluss benutzen wie Reis/Nudeln/Mehl/Mülsi etc.

Frischwaren

Da der Mann Nicht vegan lebt, wird hier auch ab und an Fleisch bzw Wurst von ihm gekauft. Dieser Bereich ist verpackungsfrei nicht ganz so einfach. Aufgrund von vielen Hygienevorschriften im Lebensmittelhandel, können nicht einfach mitgebrachte Gefäße hinter die Theke gegeben werden.

Es geht aber auch anders : Wenn du die Verkäuferin bittest die abgewogenen Lebensmittel AUF der Theke in die Dose zu packen. Denn dort ist kein offizieller Hygienebereich mehr. Leider machen bisher nicht viele Verkäuferinnen diese Dinge mit.

Auch da gilt es, auf einem Bauernhof im Umkreis mit etwas Glück fündig zu werden.

Backwaren

Ein wie ich finde sehr einfacher Punkt. Brot und Brötchen kann man wudnerbar in Baumwolltaschen verpacken. Da sind auch die Bäckereien nicht abgeneigt. Oder – selber backen. Mit Kleinkind nicht immer leicht. Aber es kann auch eine gemeinsame spaßige Nachmittagsbeschäftigung sein 😉

Hier nochmal alles zusammengefasst :

1. Obst und Gemüse in Netzen oder auch Wäschenetzen/Baumwolltaschen verpacken oder direkt beim Biobauern/Biokiste kaufen.

2. Trockenwaren am besten im Unverpackt-Läden oder in Papier verpackt im Drogeriemarkt kaufen.

3. Eingemachtes Gemüse ganz einfach im Glas kaufen und sich so Gläser erfuttern zum verpacken/lagern der Trockenware.

4. Frischwaren in kleinen Märkten in eigenen Dosen abfüllen lassen oder beim lokalen Hof kaufen,

5. Backwaren in Baumwollbeuteln verpacken lassen/verpacken oder ganz einfach selber machen.

Was sind deine Erfahrungen beim Einkauf möglichst plastikfrei oder sogar komplett Verpackungsfrei? Bevorzugst du regionale Lebensmittel oder handgemacht? Was sind deine Prioritäten?

Hier geht es zu Challenge Teil 1, Teil 2.

 

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